Jason Calacanis: Startups in Krisenzeiten

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jason calacanisIch bin soeben über einen bereits etwas älteren Artikel des nicht unumstrittenen Internetunternehmers Jason Calacanis gestoßen. Diesen Artikel fand ich jedoch im Gegensatz zu seinen sonst oft etwas unüberlegten Äußerungen ganz interessant. Es geht darin um Startups in Zeiten der aktuellen Finanzkrise, der Zeit des "kollektiven Gürtelengerschnallens", Jason gibt Tips welche Produkte und Strategien Startupper in diesen Tagen entwickeln sollten. Ich habe hier nur ganz kurz die interessantesten Äußerungen zusammengefasst und teilweise meine eigene Sichtweise / Kommentare einfließen lassen. Den ganzen Artikel gibts hier.

 

Jason beschreibt zu Anfang des Artikels die aktuelle Finanzkrise und vor allem die psychologische Reaktion der Menschen darauf. Wir sind, so folgert er, momentan Kaufscheu obwohl wir es teilweise überhaupt nicht sein müssten. Wir kaufen uns das lang ersehnte Iphone oder den neuen Plasmafernseher nicht, weil es sich nicht richtig anfühlt.

‘Gerade ist doch Finanzkrise, da sollte man nicht das Geld aus dem Fenster werfen, jetzt ist sparen angesagt’

  So summiert Calacanis die Einstellung der meisten Menschen. Er untermalt das mit einer Situation die er 2001 erlebt hat, als die Wirtschaftslage ebenfalls angespannt war. Damals begegnete er einem älteren Ehepaar das er gut kannte und welches nahezu 100 Millionen Dollar schwer war auf dem Flughafen. Sie traten ebenso wie er einen 199$ Rundflug von New York nach Los Angeles an. Dabei wusste Jason, dass sie einen Privatjet besitzen. Die Ehefrau sagte bei der Begegnung zu Jason

"200$ Rundflüge und sogar mit Boardentertainment, das ist wirklich aufregend"

Seine erste Schlussfolgerung daraus lautet

1. Ein Sparfuchs sein ist Cool

Und damit hat Jason recht wie ich finde, ein Sparfuchs sein gibt einem genau diese Art von Spitzbübischer Freude die nur ein Student erleben kann, der gerade eine Rolle Toilettenpapier mitgehen hat lassen. Und das obwohl er sich von seinem BAföG dutzende davon im Monat kaufen könnte. Und selbst diejenigen die sonst gerne die Veuve-Clicquot Flaschen auf den Tisch stellen, freuen sich wenn sie irgendwo etwas unverschämt billig bekommen.

Jasons Folgerung daraus lautet: Auch Sparfüchse sind eine Zahlungsfähige Kundschaft:

Entwickelt Produkte und Services für Sparfüchse

 2. + 3. Das 0$ Startup

Die Startups der letzen Jahre funktionierten, so Jason, alle in etwa nach dem folgenden Schema: Ein Paar Jungs sitzen in einer Garage und basteln so lange an einem Prototyp bis sie dann bei einem VC Geber hausieren gehen können. Moderne Startups hingegen sollten wesentlich weniger Kapital benötigen, als das früher der Fall war. Zum einen liegt das an der Technik, durch Cloud-Hosting und Colocation Server seien die Kosten für Technik extrem gesunken. Zum anderen legt das schlanke Startup von heute nicht mehr den größten Wert auf abgefahrene Büros und andere Späßchen und ist somit unabhängiger und besser überlebensfähig.Außerdem ist das moderne Startup möglichst von Anfang an profitabel.

 10. User generated Content

Auch diesen Punkt finde ich interessant, Jason vertritt den Standpunkt, dass das Konzept User generierten Contents überreizt ist. Es gibt bereits genug review Seiten und Communitys. Seiner Meinung nach verlangen immer mehr User nach professionell recherchiertem und gut geschriebenen Content anstatt dem üblichen UGC .

12. + 15. Wachstum bei Dating und Kontaktseiten

In schlechten Zeiten ziehen sich viele Leute ins Private zurück, dementsprechend wird die Nachfrage nach Dating und Freundschaftsplattformen weiter zunehmen. Vor allem auch Leute die vorübergehend ohne Anstellung sind, sind nach Calacanis ein Markt.

 

So das war meine kurze und sicher nicht immer perfekt genaue Zusammenfassung einzelner Punkte, ich persönlich finde die Gedanken die er da hat teilweise einleuchtend und empfehle den Originalartikel wenn ihr mehr von ihm lesen wollt.

 Bild: Seidenstud